Bienenfreundschaft - Wir können alle etwas dazu tun

 

Varroa und die Behandlung  

 

 

Varroamilbe

 

Die Varroamilbe  ist eine  ca. 1,1 Millimeter lange und 1,6 Millimeter breite Milbe die als Parasit an Honigbienen lebt. Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Der Befall von Bienenvölkern durch die Milbenart wird als Varroose  bezeichnet. Varroa gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit.

Bereits eine einzige in einer Brutzelle parasitierende Milbe kann die hieraus schlüpfende Biene schädigen. Ist eine Brutzelle von mehr als einer Milbe befallen, so weist die schlüpfende Biene Missbildungen auf oder stirbt noch vor dem Schlupf ab. Der Zustand des Volkes hängt vom Anteil der geschädigten Bienen ab. Im Frühjahr ist der Befalls Grad gering. Er wächst während der Brutperiode exponentiell an und erreicht im Spätsommer seinen höchsten Stand. Der Spätsommer ist für die Völker ein besonders kritischer Zeitraum, weil ein allzu hoher Varroa-Befall die Aufzucht gesunder Winterbienen gefährdet.

 

Es gibt verschiedene Bekämpfungsverfahren. Entnahme von Drohnenbrut, weil die Varroamilben die Drohnenbrut fünf- bis zehnmal stärker als die Arbeiterinnenbrut befallen bzw. sich vermehren. Durch die Entnahme von mindestens drei Drohnenwaben pro Saison kann der Befall eines Bienenvolkes im August um mehr als die Hälfte verringert werden.

Nassenheider Verdunster wird eingehängt
Einhängung des Verdunsters am 27.7.15

Chemische Verfahren für Völker mit Brut können mit Ameisensäure erfolgen. Hierzu wird der Nassenheider Verdunster angewendet. Die tägliche Verdunstungsleistung ist ohne Aufwand an einer Skala ablesbar. Der Verdunster ist in fast jeder Beute einsetzbar. Zweimal im Jahr: nach der Abschleuderung und nach der Auffütterung kann dieses Verfahren bei einer Tagestemperatur bis zu 30 °C, Nachtemperatur nicht unter 5 °C mit Ameisensäure 60% durchgeführt werden. Jedes Volk erhält 80 ml Ameisensäure pro besetzten Raum. Nach der Abschleuderung 15 - 20 ml pro Tag für 5 Tage und nach der Auffütterung täglich 6-10 ml für etwa 10 Tage. Beim Abfüllen der Ameisensäure ist besondere Vorsicht geboten und sollte nur mit Schutzbrille und Schutzhandschuhen gearbeitet werden. Ich habe mich für dieses Verfahren entschieden, weil es sehr überzeugend und einfach funktioniert.

 

Im Winter bietet sich eine Nachbehandlung gegen die Varroamilbe mit Oxalsäure an. Hier sollte unbedingt beachtet werden, dass das Bienenvolk brutfrei ist. Dies ist in der Regel 30 Tage nach dem ersten Frost gesichert. Hierzu wird dann die Oxalsäure, die ich bei meinem örtlichen Imkerverein als Ration im Glas bekommen hatte, mit einer größeren Spritze in die Wabengasse geträufelt. Für ein Volk rechnet man 30 - 50 ml Oxalsäure. Die Schutzvorschriften sind entsprechend zu beachten und die sind, Säureschutzhandschuhe, Schutzbrille und Mundschutz bei starken Gegenwind.

 

Oxalsäurebehandlung am 16.12.15 in Wensickendorf